Main Radweg – Der erste Overnighter

Mein Plan war für dieses Jahr (2017) mal eine lange Strecke am Stück zu fahren, um zu spüren wie das so funktioniert (PBP geistert immer mal wieder in meinem Kopf herum). Hier nun hatte ich mir den Main Radweg ausgesucht. Es ist eine lange Strecke, mit erst mal nicht so vielen Höhenmetern. Man kann sich ja steigern. Und der Radweg muss gut ausgebaut sein, denn es soll ja einer der besten/schönsten Radwege Deutschlands sein. Und das Beste ist, er endet fast vor der Haustüre.

Den GPX Track hatte ich mir geladen und auf den Garmin Edge 1000 gespielt. Für das Gepäck habe ich mir von Apidura den Saddle Pack Dry (17L) und den Road Frame Pack (Large) besorgt. Transportiert wurde ein Schloss, diverses Werkzeug, mehrere Powerbanks, zwei Schläuche, ISO Getränke Pulver und Riegel im Frame Pack und eine ISO Matte, Bivi-Bag, Merino Liner und verschiedene Kleidung im Saddle Pack.

Der Wetterbericht hatte für die Tage unbeständiges Wetter angesagt, mit einer hohen Regenwahrscheinlichkeit (> 60%). Mich hat das erst mal nicht abgeschreckt und ich stieg um 4:20 Uhr in den Zug nach Creußen. Die Radmitnahme hat trotz Bedenken bestens geklappt. Im Vorfeld hatte ich verschiedene Erfahrungen (mit der Bahn)gehört, die mir aber so nicht widerfahren sind. Alles halb so schlimm und völlig unkompliziert.

Um 10 Uhr in Creußen angekommen und schon ging’s los. Erst mal die Main-Quelle finden. Aber kein Problem man hat ja ein Navi 😉 Was auffällt, die Luft ist ein Traum und es ist so schön ruhig, nicht wie die Frankfurter Luft und der Geräusch-Smog.

mainquelle

An der Main-Quelle angekommen wurden ein paar Fotos geschossen. Immer wieder diese Ruhe wunderbar. Weiter ging’s und schon traf mich der erste Regenschauer, für ca. 30 Minuten, die ich unter einer großen Eiche verbrachte. Regenüberschuhe wären jetzt etwas feines, wenn man sie dabei hätte. Das Spritzwasser der Pfützen läuft ordentlich in meine Schuhe und die Wasserbewegung in den Schuhen beginnt kräftig zu nerven. In Bayreuth habe ich einen Bäcker gefunden, der nicht nur von außen schön aussah sondern auch leckere Teigwaren hatte. Gestärkt ging es weiter bis in die Nähe von Kulmbach, wo sich der Weiße und der rote Main treffen. Was ganz lustig war, hier habe ich einen Radfahrer getroffen, den ich schon an der Main-Quelle getroffen hatte. Ich war der Annahme, dass ich ihn schon lange hinter mir gelassen hatte.

main-radweg-baecker

Den Rest des Tages habe ich dann fleißig in die Pedalen getreten, da kann man gar nicht so viel zu erzählen, man muss es eben abfahren 🙂

main-radweg

Als die Dämmerung beginnt beschieße ich noch ein paar Stunden weiter zu fahren, es rollt sich grade so gut, ich spiele noch mit dem Gedanken die Nacht durchzufahren. Gegen 23Uhr ist es dann stock dunkel, ein Kohlefrachter bahnt sich seinen Weg durch den Main. Seine Flutscheinwerfer sorgen für schöne Licht und Schattenspiele, ich genieße dieses Schauspiel.

main-radweg-nacht

Gegen 12 dann muss ich stoppen, da die Route zu einer Fähre führt. Zu dumm nur das sie leider um die Uhrzeit nicht fährt. Ohhh ich hätte ***** Egal Navi und Handy bemüht und neu geplant um nach ca. 30km Umweg wieder auf den eigentlichen Track zu kommen.

Lessons learned:

  • Fähren brauchen besonderes Augenmerk
  • Bundesstraßen sind in der Nacht noch bescheidener
  • Für die nächste Wahl ne Partei raussuchen die PS Monster verbieten.

Gegen zwei war es glaube ich als die Müdigkeit kam. Gefühlt schon die letzten 20km geschaut ob ein Unterstand zu finden ist, aber Fehlanzeige. Irgendwann dann eine Bank mitten im nirgendwo, ein paar hundert Meter weiter eine Autobahnbrücke, sonst nichts. Gut, die muss es tun, für ne kleine Pause. Nach 2Stunden dann wachte ich wieder auf und mir war kalt. Verdammt damit hätte ich nicht gerechnet, dass das einschlafen so fix geht. Egal nun musste ich weiter fahren bis es wieder wärmer wird.

Am Vormittag dann gegen 11 fing es wider an zu regnen, was der ganzen Sache etwas den Spaß geraubt hat. Eigentlich mit guter Ausrüstung je kein Problem, aber die hatte ich nicht am Mann. Die Füße waren mittlerweile völlig aufgeweicht und es begann ein leichter Scheuerschmerz. Gegen zwei am Nachmittag hörte es wieder auf zu regnen und ich versuchte das Nass aus den Sachen zu wringen. Ging gleich wieder besser. Die letzten drei Stunden hatten aber Ihren Tribut gezollte. Wenig Beachtung der Umwelt gegenüber nur noch versuchen den Kopf fit zu halten und fahren fahren fahren.

Am späten Nachmittag komme ich dann in Aschaffenburg an. Hier zeigt sich das Wetter noch mal seiner besten Seite. Warmes Licht über der Altstadt und den Weinbergen. Schnell noch ein Foto und weiter geht’s.

main-radweg-wein

main-radweg-aschaffenburg

Die schönen Bilder aber sind leider schnell vergessen und es stellen sich Schmerzen ein. Erst quietscht der Po und dann beginnen beide Achillessehnen zu schmerzen. Kurze Zeit später fahre ich dann durch Offenbach. Ab hier wird es dann so stark, dass ich mich entscheide abzubrechen und die letzten 40km auszulassen. Gegen Elf Uhr komme ich Daheim an, völlig kaputt und niedergeschlagen. Es gibt noch eine Dusche und ab ins Bett. Am nächsten Morgen wache ich auf und Freude kommt auf, dass ich es so doch weit geschafft habe. Es wird sicher nicht, der letzte Overnighter gewesen sein.

strava – #Main-Radweg Creußen => FFM

komoot – #Main-Radweg Creußen => FFM

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